Alleinstellungsmerkmal des IHS

Die systematische Konstituierung der Heritage Studies zu einer eigenen Disziplin war das Anliegen der UNESCO Chairholderin in Heritage Studies an der BTU Cottbus-Senftenberg, Prof. Dr. Marie-Theres Albert (Erbe und Menschliche Entwicklung, ZIRA Halle-Wittenberg 2014). Es war die Triebkraft für sie, das Institute Heritage Studies (IHS) zu gründen. Als Direktorin des IHS führt sie diese paradigmatische Ausrichtung der Heritage Studies weiter und setzt neue Akzente. Das Alleinstellungsmerkmal des IHS besteht seither in der besonderen Positionierung der Heritage Studies als Beitrag für nachhaltige menschliche Entwicklung. Dazu galt es zu klären, welche disziplinären, inter- und/oder transdisziplinären Ansätze in die Heritage Studies zu integrieren sind und welche epistemologischen und methodologischen Präferenzen ihnen zugewiesen werden können und sollen. Das Alleinstellungsmerkmal des IHS liegt deshalb auch darin, dass es gelungen ist, das Konstrukt Heritage unter den Bedingungen der Globalisierung und ihren Transformationsprozessen zu positionieren und für die damit einhergehenden Herausforderungen nachhaltige Lösungsstrategien bereit zu stellen. Für das Welterbe ist das mit einer kritischen Reflektion zum aktuellen Stand internationaler Entwicklungen in der Veröffentlichung „50 Years World Heritage Convention: Shared Responsibility – Conflict and Reconciliation“ dargelegt.

Die Heritage Studies des IHS erweitern das Verständnis und die Perzeptionen von Heritage über die im UNESCO Sprachgebrauch übliche Engführung des Begriffes als materielles bzw. immaterielles Erbe hinaus. Dazu integrieren sie in das Konzept und in die Interpretation von Erbe dessen Potential zur Bildung von Identität und von Frieden. Genau darin liegt auch das Verständnis von Nachhaltigkeit des IHS. Identität und Nachhaltigkeit setzen Verantwortung für das Erbe voraus und diese wiederum kann nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn die identitätstragende Bedeutung von Erbe an alle mit Erbe befassten Zielgruppen vermittelt wird und wenn diese in die Schutz- und Nutzungsprozesse eingebunden sind. Hier schließt sich der Kreis von bisher isoliert betrachteten Ansätzen der Forschung zu Erbe oder ihren Umsetzungen. Grundlegende theoretische Ansätze wurden dazu in dem Buch: „Understanding Heritage“ bereits 2013 veröffentlicht.


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