Alleinstellungsmerkmal des IHS

Die systematische Konstituierung der Heritage Studies zu einer eigenen Disziplin war das Anliegen des UNESCO Chair in Heritage Studies an der BTU Cottbus unter der Leitung seiner Chairholderin Marie-Theres Albert (The Cottbus Declaration on Heritage Studies, Cottbus 2012 ) (Erbe und Menschliche Entwicklung, ZIRA Halle-Wittenberg 2014).

Als Direktorin des Institute Heritage Studies (IHS) führt sie diese paradigmatische Ausrichtung der Heritage Studies weiter und setzt neue Akzente. Das Alleinstellungsmerkmal des IHS besteht seither in der besonderen Positionierung der Heritage Studies als Beitrag für nachhaltige menschliche Entwicklung. Dazu galt es zu klären, welche disziplinären, inter-und/oder transdisziplinären Ansätze in die Heritage Studies zu integrieren sind und welche epistemologischen und methodologischen Präferenzen ihnen zugewiesen werden können und sollen. Das Alleinstellungsmerkmal des IHS liegt deshalb auch darin, dass es gelungen ist, das Konstrukt Heritage unter den Bedingungen der Globalisierung und ihren Transformationsprozessen  zu positionieren und für die damit einhergehenden Herausforderungen Lösungsstrategien bereit zu stellen.

Die Heritage Studies des IHS erweitern das Verständnis und die Perzeptionen von Heritage über die im UNESCO Sprachgebrauch übliche Engführung des Begriffes als materielles bzw. immaterielles Erbe, indem sie in das Verständnis von  Erbe,  dessen Potential zur Bildung von Identität und damit von Frieden (Unterrichtshandreichung, Der Auftrag der UNESCO: Das Erbe der Menschen zu schützen und ihre Identität zu wahren, Autorinnen: Prof. Dr. Marie-Theres Albert, Claudia Grünberg und Hannah Röhlen/Institute Heritage Studies (IHS) an der Internationalen Akademie Berlin (INA) gGmb) einbeziehen; und genau darin liegt auch das Verständnis von Nachhaltigkeit des IHS. Identität und Nachhaltigkeit setzen Verantwortung für das Erbe voraus und diese wiederum kann nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn alle mit Erbe befassten Zielgruppen in die Schutz- und Nutzungsprozesse eingebunden sind. Hier schließt sich der Kreis von bisher isoliert betrachteten Ansätzen der Forschung zu Erbe oder ihren Umsetzungen.

Die Heritage Studies des IHS positionieren sich als eine kritische Disziplin, die ihre Forschungsfragen und Themen zwar inter- und/oder transdisziplinär bearbeiten, die sie aber explizit aus den Anforderungen der sich täglich und für die Menschen der Welt unterschiedlich verändernden Lebenswirklichkeiten herleiten. Das beinhaltet zunächst, das Erkenntnisinteresse im Kontext der Vielfalt unserer Welt zu positionieren. Es bedeutet auch, die kulturelle Vielfalt der Welt in den Ansätzen und Methoden der Heritage Studies widerzuspiegeln ohne beliebig zu werden. Nicht zuletzt bedeutet es, Strategien für die Zukunft bspw. für einen nachhaltigen Umgang mit Erbe zu entwickeln. Mit anderen Worten, es geht nicht um abstrakten Erkenntnisgewinn, sondern explizit darum, die Heritage Studies paradigmatisch für menschliche Entwicklung zu konzipieren, wie das u.a. grundlegend in der Publikation „Understanding Heritage“ erfolgt ist.


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