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Perspektiven: Die Reihe Heritage Studies

Die Buchreihe Heritage Studies zielt darauf,  das Erbe der Menschheit paradigmatisch zu erfassen und weiterzuentwickeln. Dazu werden einmal die diversen Konstruktionen von Erbe - von materiell zu immateriell zu dokumentarisch, von statisch zu dynamisch, von individuell zu sozial oder kulturell - den Menschen vermittelt. Zum anderen werden die damit einhergehenden vielfältigen Bedeutungen von Erbe Menschen und Gesellschaften nahegebracht. Ein weiteres wichtiges Ziel der Reihe besteht darin, die weltweite Diversität der Ansätze zu  Erbeschutz und Erbenutzung, soweit sie in den UNESCO Konventionen und Deklarationen festgelegt sind, zu verbreiten. Das erfolgt mit Autoren*innen und Herausgeber*innen von „Heritage Studies“ Büchern aus allen Teilen der Welt. Wir treiben damit exklusiv den postkolonialen Diskurs zu den „Heritage Studies“ voran. Mit dem im open access Verfahren veröffentlichten Buch zum 50-jährigen Jubiläum der Welterbekonvention, das mit 61 Autoren*innen aus 28 Ländern Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Konvention transkulturell interpretiert und das nach nur einem Jahr über 195 K Downloads erreicht hat, sind wir mit dieser erweiterten Ausrichtung erfolgreich gestartet.  Wir laden Sie ein, Ihre Visionen zum Thema „Erbe der Menschheit“ in unserer Reihe zu veröffentlichen. mehr ...

Veröffentlichungen: Vielfalt unseres Erbes

Erbe in seiner Bedeutung für menschliche Identität und Entwicklung ist konstituierender Bestandteil des Ansatzes des Institutes Heritage Studies und der von ihm herausgegebenen Buchreihe. Als solches wird der Schutz von Erbe und seine nachhaltige Nutzung als identitäts- und friedensstiftendes Potential gefasst und verbreitet. Das impliziert einen Erbebegriff, der im Unterschied zu klassischen Konzepten von Erbeschutz und Erbenutzung die Vielfalt unserer Welt repräsentiert und damit das Zusammenleben der Menschen in den diversen transsozialen, -kulturellen oder – politischen Gemeinschaften reflektiert.

Kürzlich veröffentlicht:

Heritage Narratives and Experiences. Exploring Conservation, Tourism, and City Identity in Historical Urban Contexts.

Living Heritage and Sustainable Tourism Management. Policies, Principles, and Propositions.

Autor: Tianchen Dai

2025

Dieses Buch untersucht, wie Besucher*innen, Forscher*innen und Behörden den Wert, die Authentizität und die Atmosphäre von Heritage in historischen Stadtlandschaften wahrnehmen. Es analysiert die Narrative der jeweiligen Akteur*innen und beleuchtet, wie solche Wahrnehmungen Entscheidungen im Heritage-Management, die Nutzung kulturellen Erbes sowie die Wahrnehmung der Stadt beeinflussen.

Besonders hervorzuheben ist der einzigartige narrative Ansatz des Bandes, der genutzt wird, um die Erfahrungen von Besucher*innen, die Ansichten von Forscher*innen und die Positionen von Behörden zu verstehen. Dadurch eröffnet das Buch neue Perspektiven auf die Aushandlung von Heritage-Werten in historischen urbanen Kontexten.

Durch die Erkundung der komplexen Welt historischer urbaner Landschaften – von Waterfront Cities bis hin zu Hafenstädten – bietet das Buch eine umfassende Untersuchung des aktuellen Stands von Unterschutzstellung, Erbe-Erhaltung und -Nutzung in urbanen Räumen. Zudem beleuchtet es deren Auswirkungen auf touristische Erfahrungen sowie die Herausforderungen, denen Heritage im Kontext nachhaltiger Stadtentwicklung gegenübersteht.

Living Heritage and Sustainable Tourism Management. Policies, Principles, and Propositions.

Living Heritage and Sustainable Tourism Management. Policies, Principles, and Propositions.

Herausgeber*innen: Surabhi Srivastava, Isabel Vaz de Freitas, Eduarda Rabaçal

Dieses Buch präsentiert aktuelle Forschungsansätze und Methoden zum Schutz des immateriellen Kulturerbes, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dessen Bedeutung für Design und Kunst gelegt wird. Anhand von Fallstudien aus Ländern wie Indien, Portugal, Brasilien, Australien, Thailand sowie weiteren Regionen bietet der Band eine globale Perspektive auf kulinarisch geprägte Tourismusformen, handwerklich geprägtes Kulturerbe und gemeinschaftsorientierte, kreative Wirtschaftsformen. Dabei wird aufgezeigt, wie immaterielles Kulturerbe zur Stärkung gemeinschaftlicher Handlungskompetenzen und Kapazitäten beitragen kann.

Das Buch stellt eine wertvolle Ressource für Wissenschaftler*innen, Ethnograph*innen, Fachleute des Kulturerbes, Restaurator*innen sowie politische Entscheidungsträger*innen in den Bereichen Tourismus und Kultur dar. Darüber hinaus eröffnet es potenziell neue Perspektiven für Forschung und Innovation im Tourismus und trägt damit zur fortlaufenden Weiterentwicklung kulturellen Verständnisses und gesellschaftlicher Entwicklung bei.

 

 

Buchankündigung:

Kurzfassung

Auf der Grundlage wichtiger UNESCO Übereinkommen gibt dieses Buch einen umfassenden Überblick über den rechtlichen und politischen Rahmen für den Schutz des kulturellen Erbes in der Republik Korea. Korea hat zahlreiche UNESCO Übereinkommen zum Schutz des kulturellen Erbes ratifiziert und die entsprechenden nationalen Rechtsvorschriften eingeführt. Vor dem Hintergrund nationaler Herausforderungen wurden zugleich einige solcher Vereinbarungen überarbeitet. Damit hat Korea rechtlich und politisch dafür gesorgt, dass bei der Umsetzung der UNESCO Übereinkommen deren Kerngedanken in den nationalen koreanischen innerstaatlichen Rahmenbedingungen besser widergespiegelt werden als zuvor. Dieses Vorgehen hat inzwischen einer Reihe weiterer Mitgliedstaaten der UNESCO als wertvolle Referenz zur Anpassung von Übereinkommen in den eigenen Ländern gedient.
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Schlüsselbegriffe

Erbekonventionen:  Besonderheiten der Umsetzung in Korea, Rückgabe von Kulturgütern, Schutz von Welterbe, Schutz von immateriellem Erbe, Schutz von kultureller Vielfalt, Schutz von kulturellem Erbe Unterwasser

About

Dr. Jihon Kim ist Fulbright-Gastwissenschaftlerin am Asienzentrum der Harvard-Universität und zugleich Leiterin der Abteilung für internationale Kooperationsprogramme bei der koreanischen Nationalkommission für die UNESCO.

Perspektiven: Erbe und nachhaltige Entwicklung

Die Heritage Studies des IHS positionieren sich als eine kritische Disziplin, die ihre Forschungsfragen und Themen zwar inter- und/oder transdisziplinär bearbeitet, sie aber explizit aus den Anforderungen der sich täglich und für die Menschen der Welt unterschiedlich verändernden Lebenswirklichkeiten herleitet. Das beinhaltet zunächst, das Erkenntnisinteresse im Kontext der Vielfalt unserer Welt zu positionieren. Es bedeutet auch, die kulturelle Vielfalt der Welt in den Ansätzen und Methoden der Heritage Studies widerzuspiegeln ohne beliebig zu werden. Nicht zuletzt bedeutet es, Strategien für die Zukunft bspw. für einen nachhaltigen Umgang mit Erbe zu entwickeln. Mit anderen Worten, es geht nicht um abstrakten Erkenntnisgewinn, sondern explizit darum, die Heritage Studies paradigmatisch für menschliche Entwicklung zu konzipieren und das in Form von Projekten theoretisch und praktisch zu bearbeiten.

Projekt: Bildung für nachhaltige Entwicklung

Erbe bildet nachhaltig: Von der konzeptionellen Entwicklung zur praktischen Umsetzung einer nachhaltigen Erbe-Bildung

Erbe-Bildung bietet großes Potenzial, nachhaltige Entwicklung und gesellschaftliche Transformation zu fördern, indem sie die Bedeutung von Erbe für aktuelle Nachhaltigkeitsfragen sichtbar macht. Unter nachhaltiger Erbe-Bildung verstehen wir einen ganzheitlichen Ansatz, der die individuelle und gesellschaftliche Bedeutung von Erbe berücksichtigt und Impulse für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung gibt. Im Projekt werden ein Konzept sowie ein praxisorientierter Leitfaden erarbeitet, die Erbe-Bildung systematisch mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und transformativer Bildung verknüpfen. Ziel ist es, Erbe als Lern- und Reflexionsraum für nachhaltiges Handeln sowie für Klimaanpassung und gesellschaftliche Transformationsprozesse nutzbar zu machen.

„Young Climate Action for World Heritage. Promoting Climate Action and Sustainability in World Heritage Education”

Die Projektpublikation würdigt das Engagement von Schüler*innen für das Welterbe und den Klimaschutz. Sie stellt die Ergebnisse des Projekts vor, enhält Empfehlungen für schülerzentrierte, handlungsorientierte und transformative Bildung sowie ein praktisches Toolkit für die Entdeckung des Welterbes.

Perspektiven: Memory of the World

Das Documentary Heritage Network (DHN), das im März 2026 innerhalb der Association of Critical Heritage Studies (ACHS) gegründet wurde, vereint Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen unterschiedlicher Disziplinen, Regionen und Erfahrungsstufen, die mit Dokumenten als Heritage arbeiten oder sich dafür interessieren. Ziel des Netzwerks ist es, eine internationale und interdisziplinäre Gemeinschaft zu schaffen, die sich der Förderung einer kritischen Auseinandersetzung mit dem dokumentarischen Erbe und dem UNESCO‑Programm Memory of the World verpflichtet. Beide Bereiche waren in der Heritage‑Forschung und -Praxis bislang unterrepräsentiert. Mit seiner Gründung im Jahr 2012 hat das Institute Heritage Studies (IHS) diese Themen zu zentralen Forschungsfeldern gemacht. Diesen Prozess konsolidiert und erweitert es nun durch seine Co‑Direktorin Anca Claudia Prodan, die die Einrichtung des DHN initiiert und gemeinsam mit Dominique van de Klundert, Junsu Seo, Tamara Đokić und Dagnija Baltina entwickelt hat. Das Netzwerk wird auf einem eigenen Panel auf der biennalen ACHS‑Konferenz vom 29. November bis 2. Dezember 2026 in Neuseeland offiziell eröffnet.