Gründerin | Ehemalige Direktorin Prof. Dr. Marie-Theres Albert (1948-2026)

Prof. Dr. Marie-Theres Albert (1948-2026)

Prof. Dr. Marie-Theres Albert (1948-2026)

Prof. Dr. Marie Theres Albert (1948–2026) ist die Gründerin des Institute Heritage Studies (IHS) und eine einflussreiche Persönlichkeit in der Entwicklung der Heritage Studies als akademischem Fachgebiet. Sie trug mit ihrer Arbeit über zwei Jahrzehnte hinweg entscheidend und auf vielfältige Weise zum Feld bei.. Ihre Arbeit basiert auf einem umfassenden Verständnis von Heritage als dynamischer Ressource für menschliche und nachhaltige Entwicklung, ein Ansatz, der das intellektuelle Fundament des IHS bildet und dessen Arbeit leitet.

An der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus Senftenberg legte Marie Theres Albert die institutionellen Grundlagen für die Entstehung der Heritage Studies. 1999 gründete sie gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen den Masterstudiengang World Heritage Studies und übernahm dessen erste Leitung. Als weltweit erstes Programm dieser Art entwickelte es unter ihrer Führung ein interdisziplinäres Modell, das kulturelles und natürliches Erbe, Kulturtheorie, Denkmalpflege, Management und die Politikrahmen der UNESCO integrierte. Das Programm wurde zu einer globalen Referenz der Heritage Bildung und zog Studierende aus allen Kontinenten an.

Auf dieser Grundlage etablierte sie 2003 den UNESCO Lehrstuhl für Heritage Studies. Über diesen Lehrstuhl stärkte sie die Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung und den normativen Instrumenten der UNESCO und trug zu internationalen Debatten und Capacity Building bei. Im Jahr 2010 gründete sie das PhD Programm Heritage Studies, das einen eigenständigen Forschungsraum für die Untersuchung des Erbes in all seinen Facetten und seiner Transformationen im Zuge globaler Prozesse schuf. Ein zentraler Beitrag von Marie Theres Albert ist ihre Konzeptualisierung des Verhältnisses von Heritage und Entwicklung. Sie entwickelte ein holistisches Modell, in dem Heritage relational verstanden wird, als aktive Kraft, die menschliches Leben und gesellschaftliche Zukunft gestaltet. Dieser Ansatz bildet den Kern des Institute Heritage Studies und begründet dessen Anspruch, Politik, Forschung, Bildung und Praxis miteinander zu verbinden.

Ein wichtiges intellektuelles Vermächtnis, das eng mit ihrem Namen verbunden ist, ist die Heritage Studies Series, die sie initiierte und herausgab. Die Reihe wurde konzipiert, um theoretische Ansätze, fehlende philosophische Perspektiven und zukunftsorientierte Sichtweisen in die Heritage Forschung einzubringen. Sie eröffnete Räume für interdisziplinären Dialog und trug wesentlich dazu bei, Heritage Studies als eigenständiges Feld mit konzeptioneller Tiefe und methodischer Vielfalt zu etablieren.

Über ihre institutionelle Arbeit hinaus hat Marie Theres Albert zahlreiche Publikationen verfasst und herausgegeben, zur Entwicklung von UNESCO Richtlinien beigetragen und den Aufbau von Heritage Kompetenzen in Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika unterstützt. Ihr Werk inspiriert weiterhin Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen, die Heritage als zentrale Ressource für gerechte und nachhaltige Zukünfte verstehen.