Intangible Cultural Heritage and Sustainable Development: The Valorisation of Heritage Practices

Intangible Cultural Heritage and Sustainable Development: The Valorisation of Heritage Practices
Marlen Meissner, 2021

Auf der Grundlage des Ansatzes von Pierre Bourdieu zur „Theorie der Praxis“ werden in diesem Buch die Entwicklungspotenziale des immateriellen Kulturerbes – ausformuliert in der 2003er-Konvention – diskutiert und reflektiert. Die Konvention interpretiert immaterielles Erbe als Motor (‚driver‘) und Wegbereiter (‚enabler‘) für Entwicklung, dem wiederum Paradigmen von nachhaltiger Entwicklung und menschlicher Entwicklung zu Grunde liegen. Dies beinhaltet, dass immaterielle Kulturpraktiken sowohl Potenziale für wachstumsbasierte nachhaltige Entwicklung, z.B. in Form von Kulturindustrien oder Tourismus, als auch für menschliche Entwicklung im weitesten Sinne in sich bergen. Die Publikation systematisiert die Entwicklungspotenziale von immateriellem Erbe, um deren aktive Inwertsetzung zu unterstützen. Der theoretische Zugang wird mit einer empirischen Fallstudie zum „Finsterwalder Sängerfest” ergänzt, das auf einer Tradition des Chorsingens basiert. Zentrales Ergebnis der Untersuchung ist ein Modell zur Inwertsetzung von Erbepraktiken, das den Zusammenhang von immateriellem Erbe mit nachhaltiger und menschlicher Entwicklung aufzeigt. Das Modell veranschaulicht darüber hinaus, wie die Ziele des 2003er-Übereinkommens auch jenseits einer UNESCO-Nominierung umgesetzt werden können.